In dieser kleinen Chronik geben wir einen Überblick über den Werdegang des Kirchenchores "Cäcilia" Körperich. Da keine schriftlichen Unterlagen vorhanden sind, wurde diese Niederschrift nach mündlichen Informationen von Herrn Theo Riewer (1896-1977), Herrn Johann Riewer (1905-1986), Herrn Johann Thielen (1914-1997) und Frau Susanne Vicktor(1910-1990) verfasst. Wir danken allen für die Bereitschaft, an dieser Chronik mitzuwirken.

Seit ungefähr 1880 sang zu hohen Festen in der Kirche ein Männerchor, der von einem zur gleichen Zeit gegründeten Bläserquintett unterstützt wurde. Im Jahre 1903 kam Pastor und späterer Dechant Johann Bach nach Körperich. Er regte die Gründung eines Kirchenchores an. Dieser Plan wurde mit Unterstützung und Zustimmung des Männerchores und den Mitgliedern des Bläserquintetts realisiert.

Die Leitung des neu gegründeten gemischten Chores wurde von Herrn Lehrer Herbert übernommen. Nach dem Tod eines Mitgliedes des Bläserquintetts wurde dieses aufgelöst. Als musikalische Nachfolgegruppe wurde ein Blasorchester gegründet. Neue Instrumente wurden gekauft und interessierte junge Leute für die verschiedenen Instrumente geschult. Das Dirigentenamt für das Orchester übernahm Herr Peter Reckinger.

Ostern 1905 wurde dann der Cäcilienverein gegründet. Im Gasthof Gödert wurde ein Saal gemietet, in dem sowohl die Proben als auch Feiern abgehalten wurden. Der Saal war nicht gut heizbar, so dass im Winter die Probenarbeit nicht sehr angenehm war. Der Chor sang nicht nur geistliche Lieder, sondern pflegte auch das Volkslied. So konnte auch zu weltlichen Festen gesungen und musiziert werden.






Im Jahre 1905 wurde an Fronleichnam das Fest der Fahnenweihe von Chor und Orchester festlich begangen.

Der Chor im Jahre 1909

1909 wurde Herr Lehrer Herbert versetzt. Der Chor verlor dadurch einen sehr guten und äußerst musikalischen Dirigenten, denn es war Herrn Herbert gelungen, innerhalb weniger Jahre einen weit bekannten und geschätzten Chor aufzubauen.


Jetzt übernahm Herr Reckinger, neben der Leitung des Orchesters, auch den Kirchenchor, allerdings ohne Frauenstimmen.

Am l. Januar 1916 verstarb Herr Reckinger. Ab Ostern 1916 übernahm Herr Lehrer Berg das Dirigentenamt. Durch den l. Weltkrieg fehlten viele führende Stimmen. Der Chor hatte nicht mehr genügend Sänger zur Verfügung. So war der Chor wieder auf die Mitwirkung von Frauenstimmen angewiesen, und abermals entstand ein gemischter Chor.

Nach Unstimmigkeiten zwischen Dechant Bach und Herrn Lehrer Berg beendete Herr Berg 1919 seine Dirigententätigkeit. Anschließend übernahm Herr Theo Riewer die Leitung des Chores. Herr Riewer bemühte sich auch um das durch die Kriegseinwirkung 1916 zerfallene Orchester. Wieder wurden neue Instrumente angeschafft, wieder mussten junge musikfreudige Leute unterrichtet werden. 1923 legte Herr Riewer sein Amt nieder. An seine Stelle trat Herr Lehrer Schiffels. Das Orchester zerfiel. Der Chor veränderte sich wiederum in einen Männerchor. 1932 wurde Herr Lehrer Schiffels nach Trier versetzt. Im Herbst dieses Jahres übernahm Herr Lehrer Haas die Chorleitung. Im Jahr 1932 starb Dechant Bach. Dechant Bach hatte bei der Gründung des Cäcilienvereins in den Statuten festgelegt, dass der jeweilige Pastor von St. Hubertus auch Präses des Chores sei. Dies hat sich bis heute nicht geändert. So übernahm Pastor Schlöder mit großem Interesse dieses Amt. Zusammen mit Herrn Lehrer Haas bemühte er sich um einen gemischten Chor. Herr Haas integrierte die von ihm gegründete Knabenschola in den Kirchenchor, so dass der Chor jetzt 45-50 aktive Mitglieder zählte.

Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges kam die Chortätigkeit zum Erliegen. Es fehlte an Männerstimmen, auch konnte kein neues Notenmaterial beschafft werden. Bei der Zerstörung der Kirche durch den 2. Weltkrieg gingen fast das gesamte Notenmaterial und alle schriftlichen Unterlagen, die bis dahin über die Tätigkeit des Chores gesammelt worden waren, verloren.Nach dem Krieg übernahm Herr Haas wieder die Leitung des Chores. Der Chor feierte im Jahr 1954 das 50-jährige Stiftungsfest. Die Feier wurde im August in Verbindung mit einem Dekanatssingen in Körperich begangen.

Zum Hochamt sang der Chor die "Missa brevis" von Palestrina. Nach den Auftritten der Gastchöre in der Kirche wurden die Feierlichkeiten in den Sälen der Gaststätte "Gaytaler Hof" und des Hotels Etscheidt fortgesetzt. Am 22. Februar 1969 starb Herr Lehrer Haas. Der Chor verlor einen beliebten und musikalisch stark engagierten Mann. Zum Abschied sang der Chor unter der Leitung des Lahrer Chorleiters, Herrn Schilz. Herr Lehrer Arnoldi aus Roth spielte die Orgel.

Nach dem Tode von Herrn Lehrer Haas leitete Herr Leo Bormann den Chor. Kurze Zeit später übernahm Herr Frideres aus Wallendorf zunächst das Orgelspiel und danach auch die Chorleitung.

Als Herr Pastor Zeimetz im Herbst 1970 nach Körperich kam, übernahm er neben seinen Seelsorgepflichten auch die Leitung des Chores. Mit ihm erhielt der Chor einen engagierten Dirigenten. Von 1971 bis 1996 war der Chor im deutschen Sängerbund, nahm regelmäßig am Kreissängerfest teil und war zweimal Ausrichter des Kreis-Chorkonzertes. Pater Zeimetz leitete den Chor bis zu seiner Versetzung im Herbst 1978 nach Nordnorwegen.

Nach längeren Bemühungen des Vorstandes um einen neuen Dirigenten übernahm das aktive Chormitglied Frau Karin Feils von Dezember 1978 bis Sommer 1980 die Chorleitung. Danach hat Herr Rudi Weiter aus Halsdorf gemeinsam mit Frau Cilly Zeien aus Bettingen den Chor bis Dezember 1983 geleitet. Am 1. Dezember 1983 übernahm Herr Jürgen Boderius aus Trier die Leitung des Chores. Aus beruflichen Gründen gab Herr Jürgen Boderius im Sommer 1986 die Leitung des Chores auf.

Bei der Suche nach einem neuen Chorleiter kam es zum Kontakt mit dem Musikschulpädagogen Walter Schulin, der ab September 1986 in der Pfarrei als Organist und Chorleiter wirkte. Unter seiner Leitung veranstaltete der Chor am 7. Januar 1990, zum Auftakt des Jubiläums anlässlich der 200-Jahr-Feier der Pfarrkirche St. Hubertus, ein viel beachtetes Kirchenkonzert. Das Jubiläumsjahr wurde mit einem Chor- und Orchesterkonzert am dritten Adventssonntag beendet. Anlässlich des Besuches bei Herrn Pastor Josef Mettel in Ahrweiler wurde das gleiche Konzert am 13. Januar 1991 in der Pfarrkirche St. Laurentius aufgeführt. Mit dem Spendenerlös dieses Konzertes unterstützten Chor und Solisten die Pfarrgemeinde bei ihrer Orgelrestaurierung. Am 5. September 1993 wurde in der Gaytalhalle unter dem Motto "Singendes, klingendes Gaytal" der Nachmittag der Volksmusik unter der Trägerschaft des Kirchenchores Körperich und unter der Gesamtleitung von Herrn Walter Schulin veranstaltet. Am 30. Juni 1994 beendete Herr Walter Schulin seinen Dienst als Chorleiter und Organist.


Nach einer etwas schwierigen Suche übernahm ab November 1994 Herr Armin Ambros die Chorleitung. Im Jahr 1995 feierte unter seiner Leitung der Kirchenchor sein 90-jähriges Bestehen. Dieses Fest wurde mit einem Konzert in der Pfarrkirche St. Hubertus am ersten Adventssonntag, dem 3. Dezember 1995, begangen. Im Rahmen dieses Festes fand zum ersten Mal auf dem Kirchenvorplatz ein Adventsmarkt statt. Angeboten wurden selbst gebastelter Weihnachtsschmuck sowie selbst gebackene Plätzchen und Weihnachtsstollen. Der Vorstand des Kirchenchores hatte beschlossen, einen Teil des Erlöses Schwester Marianne Borrelbach für ihre Arbeit in Burkina Faso zu spenden. Seit diesem Konzert findet alle zwei Jahre am ersten Adventssonntag ein Konzert mit Adventsmarkt auf dem Kirchenvorplatz statt. Herr Armin Ambros beendete im September 1997 auf eigenen Wunsch seine Dirigententätigkeit.

Im Oktober 1997 übernahm Frau Waltraud Kruppert als Dirigentin die Leitung des Kirchenchores "Cäcilia" Körperich. Durch intensive Probenarbeit und viel Engagement der neuen Dirigentin konnte der Kirchenchor am 1. Advent ein Konzert aufführen. Höhepunkt in der Konzertreihe war die Aufführung des "Dettinger Te Deums" im Jahre 2001. Vom Erlös dieses Konzertes wurde ein Teil für die Renovierung des Barockaltares der Pfarrkirche St. Hubertus Körperich gespendet. In diesem Zusammenhang möchten wir es nicht versäumen, uns für die tatkräftige Unterstützung bei der Probenarbeit in den letzten Jahren durch Herrn Rolf Dohm und Frau Edith Kruppert zu bedanken.

Das Probewochenende, das alle zwei Jahre im November in St. Thomas stattfindet, ist zu einer festen Veranstaltung geworden und sehr wichtig für die Chorarbeit im Allgemeinen und für die Vorbereitung des jeweiligen Chorkonzertes. Unserer Dirigentin ist es gelungen, im Laufe der Jahre ein Orchester zusammenzustellen, das uns bei den Konzerten unterstützt.

Außerdem fanden zwei Benefizkonzerte statt: Am 7. Januar 2001 sang der Chor in der Pfarrkirche St. Remigius in Oberweis. Der Erlös war für das Projekt "Tate-n für Nepal" bestimmt. Am 1. Dezember 2002 führte der Kirchenchor das "Dettinger Te Deum" im Rahmen eines Adventskonzertes in der Liebfrauen Kirche in Bitburg auf. Der Erlös war für die Orgel bestimmt. Alljährlich tritt der Kirchenchor "Cäcilia" mit einem Adventssingen im Altenheim St. Vinzenzhaus in Körperich auf. Für alle Freunde und Gönner des Kirchenchores veranstaltet der Chor jährlich einen karnevalistischen Abend.

Im Jahre 2005 feiern der Kirchenchor sowie der Musikverein ihr 100-jähriges Jubiläum. Das Jubiläumsjahr beginnt mit einem Festgottesdienst am 19. Februar 2005 unter Mitwirkung des Musikvereins und des Kirchenchores und wird am 27. November 2005 mit einem gemeinsamen Adventskonzert beendet.


Der Chor
2005



Obere Reihe von links nach rechts: Guido Wirtz (T), Dietmar Kruppert (B) Thomas Kuhn (B), Leo Lutgen (B), Kurt Kaufmann (T) Peter Bormann (B) Werner Mettel (B) Rolf Dohm (T) Treppe: Albert Neuerburg (B) Michael Fisch (B) Oben ab Fenster: Günter Müller (B), Matthias Trampert (T), Frank Hunewald (T), Alfons Hauer (T), Agnes Klasen (S), Anni Fisch (S), Brigitte Horn (S), Edith Moos (S), Linda Thome (S), Rita Kötz (S), Iris Müller (S),Renate Bonefas (S) Hiltrud Hoffmann (S), Lydia Auer (S), Treppe aufsteigend: Cäcilia Hösdorff (A), Yvonne Thome (A), Pia Müller (A), Honnorine Kusch (A), Doris Müller (A), Petra Bratsch (A), Hedwig Steil (A), Gertrud Henn (A), Maggy Thiex (A).

Fahne: Helmut Hengels, Orchester v. l. n. r.: Sahra Zender, Petra Glaus Herz, Susanne Lexen, Katrin Alten, Andreas Kruppert, Leonie Mayers, Anja Rossler, Dorothea Nusbaum,
Dirigentin Waltraud Kruppert, Präsident Gottfried Petry, Präses Pastor Pater Horst Brandt


Es fehlen:

Christa Petry (S),, Petra Zehren (S) Karola Ludwig (A), Anni Bretz (A), Edith Kruppert (A), Margret Britz Moser (A), Herbert Müller (B), Edmund Hecker (T)

A = Alt, S = Sopran, T = Tenor, B = Bas
s

Der Chor nach 2005 bis heute - Stand Februar 2015:

Der Chor hat zurzeit 42 aktive Sängerinnen und Sänger, 17 im Sopran, 11 im Alt, 6 im Tenor und 8 im Bass sowie 102 inaktive Mitglieder. Dirigentin ist seit 1997 Waltraud Kruppert. Vorsitzende ist weiterhin Iris Müller.

2007 veranstaltete der Kirchenchor zusammen mit dem Musikverein ein Benefizkonzert zugunsten des Alten- und Pflegeheimes St. Vinzenzhaus in Körperich.
2008 fand im Gaytalpark in Körperich das erste Herbstfest statt. Der karnevalistische Abend in der Gaytalhalle wurde für 2008 aus Kostengründen gestrichen. Am 14. Februar 2009 wurde der karnevalistische Abend im Gaytalpark in Körperich durchgeführt und im Jahre 2010 ein Herbstfest. Leider wurde der Gaytalpark im Jahre 2012 geschlossen, so dass dem Chor für weltliche Auftritte in der Heimatgemeinde zur Zeit keine kostengünstige Räumlichkeiten zur Verfügung stehen
.
Im Januar 2014 fand ein gemeinsames Konzert des Kirchenchores mit der Bischöflichen Grundschule St. Matthias, Bitburg, statt. Anlass war das 40 jährige Bestehen der Grundschule. Bei diesem Konzert wirkten über 70 Schüler der Schule in Instrumentalgruppe und Chor mit.

2014 sang der Chor für die Orgelsanierung der Pfarrkirche St. Hubertus.


Im Rahmen einer Feierstunde in der Kirche St. Marien in Bad Breisig wurde der Kirchenchor "Cäcilia" Körperich zusammen mit sechs weiteren Chören mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. Der Chor erhielt diese Auszeichnung für die in über 100 Jahren erworbenen Verdienste um die Pflege der Chormusik und des Deutschen Volksliedes. Stolz präsentierten die mitgereisten Chormitglieder die von Herrn Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro überreichte Zelter-Plakette und die von Herrn Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichnete Urkunde.





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